1. Wir heißen Dich herzlich willkommen in unserer QNAP-Community!
    Information ausblenden

QCD-Review Seagate Archive V2 8TB - ST8000AS0002 - Test und Langzeiterfahrungen

Dieses Thema im Forum "Interner Festplattenspeicher" wurde erstellt von GorillaBD, 31. März 2016.

  1. GorillaBD

    GorillaBD Aktives Mitglied

    Beiträge:
    33
    Punkte für Erfolge:
    8
    Bewertungen:
    +11 / 1 / -0
    Diesen Review hatte ich im Februar 2015 an anderer Stelle bereits einmal gepostet.
    Anlässlich des World Backup Days stelle ich ihn auch hier ein, auch, weil es nun möglich ist, Langzeiterfahrungen zu diesem Plattentyp zu berichten und zu diskutieren.

    Dieser und der nachfolgende Beitrag sind der ursprüngliche Review:


    Da ich denke, dass es sich bei diesem Festplattenmodell um eine der spannensten Neuerscheinungen für uns NAS-User handelt, habe ich mir mal eine besorgt und mit meinen üblichen Standardmethoden "getestet".

    Am Anfang steht bei mir immer, dass neue HDDs am Win-PC den vollständigen HDTunePro Testparcours durchlaufen müssen. Dazu wird die HDD in einen internen 5,25-Zoll Quickport in meinem PC-Towergehäuse eingelegt, der direkt mit einem SATA III AHCI - Anschluss des Mainboards verbunden ist.

    Hier die Ergebnisse:

    RAW-Lesetest
    12-Februar-2015 ST8000AS0002 RAW-read.png

    RAW-Schreibtest
    12-Februar-2015 ST8000AS0002 RAW-write.png

    RAW-Oberflächenscan, Schnellmodus
    12-Februar-2015 ST8000AS0002 RAW scan.png

    RAW-Zugriffstest, Lesen
    12-Februar-2015 ST8000AS0002 RA-read.png

    RAW-Zugriffstest, Schreiben
    12-Februar-2015 ST8000AS0002 RA-write.png

    RAW-Extrateste, Lesen
    17-Februar-2015 ST8000AS0002 ET-read cache.png

    RAW-Extrateste, Schreiben
    17-Februar-2015 ST8000AS0002 ET-write cache.png

    NTFS-Filebenchmark
    12-Februar-2015 ST8000AS0002 FB.png


    Hiernach erfolgten reale Belastungsteste, es wurden etwa 120GB an grösseren Videodateien auf die HDD geschrieben und wieder gelesen. Gegenplatte im PC ist eine Seagate ST3000DM001. Auf der Partition dieser Gegenplatte kann mit 180-200MB/sec geschrieben und gelesen werden.

    Anschliessend erneut der Filebenchmark...
    12-Februar-2015 ST8000AS0002 FB2.png

    und nach etwa 10min. Leerlauf abschliessend das Anschauen der SMART-Werte:
    12-Februar-2015 ST8000AS0002 health.png


    Testfazit:
    Das vorliegende Exemplar erscheint mir augenscheinlich in Ordnung und ist "reif" für den Verbau in der NAS.
    Während der Zugriffsteste keine ungesund klingenden Geräusche.

    Der RAW-Schreib/Lesetest markiert einen neuen Spitzenstand für eine HDD der 5400/5900rpm-Klasse und katapultiert diese Platte auf Augenhöhe mit der derzeit schnellsten (gemessen an diesem Benchmark) mechanischen HDD, der Seagate ST3000DM001, die aber eine 7200rpm-Platte ist. :shock: :thumb:

    Das doch recht zackige RAW-Schreib-"Gebirge" lässt mit deutlichen Schwankungen in der Schreibleistung rechnen. Das zeigte sich so auch im realen NTFS-Belastungstest, in dem während der Übertragung von grossen Dateien (25GB) die Schreibleistung zwischen 140-180MB/sec pendelte, während des Lesens nur um 160-180MB/sec.

    Das inkonsistente Ergebnis des NTFS-Filebenchmarks fand ich so im realen Belastungstest nicht wieder. Soll mich also nicht weiter stören.

    Wichtig für den NAS-Betrieb ist mir das Kopfparkverhalten, die SMART-Werte nach Abschluss des PC-Testes zeigen klar, dass bei dieser HDD nicht mit einem LCC-Problem zu rechnen ist.

    Auch abschliessend noch in einem Sharkoon USB3 Quickport Duo getestet, erweist sich diese Seagate als kompatibel und high performant.


    Nun zum Negativen:
    Diese Seagate ist für mein Empfinden ein echter Radaubruder. :(

    Das Motorengeräusch beim Hochfahren ist im Klassendurchschnitt, im Betrieb aber mit einem hörbar schleifenden Unterton verbunden. Etwas leiser als eine typische 7200rpm-Platte, aber deutlich vernehmlicher, als bei den WD RED oder Seagate VN.

    Bewegt sich der Kopf, wird die Platte überdurchschnittlich laut und vibriert auch stark. Bei den Zugriffstesten hat sie mein Tower-Gehäuse so zum Rappeln gebracht, wie noch keine andere HDD, die ich kenne. Die Kulisse klingt nicht ungesund, ich würde es ein dumpfes Knattern nennen. Im USB-Quickport lässt sich mit Auflegen der Finger auf das HDD-Gehäuse das Vibrieren dabei auffällig deutlich spüren.

    Dazu war die HDD während des Leerlaufs auch ununterbrochen mit sich selbst beschäftigt und knatterte regelmässig und vernehmlich so vor sich hin, obwohl es keinerlei Datenverkehr oder Zugriff zur Platte gab, wie der Win-Leistungsmonitor eindeutig nachwies. Das Verhalten zeigte sich so sowohl im Tower, wie auch im Quickport an USB3. Scheinbar ist die Platte also gerne mit Selbsttests oder internen Optimierungen beschäftigt, die firmwarebedingt sind.


    Nach Ablauf der PC-Teste hat diese Platte nun den Spitznamen "SieGeht Knatterton" bei mir weg. :D :cool:

    Bericht zum Verhalten in meinen NASsen folgt in Kürze im zweiten Beitrag.

    GLG GBD
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. April 2016
  2. GorillaBD

    GorillaBD Aktives Mitglied

    Beiträge:
    33
    Punkte für Erfolge:
    8
    Bewertungen:
    +11 / 1 / -0
    Nun zum Betrieb in verschiedenen NASsen:

    TS-419P+, FW 3.7.3
    Platte in freien Schacht 4 eingesetzt, NAS gestartet. HDD wird nach Hochfahren einwandfrei erkannt.
    SMART-Schnelltest läuft einwandfrei durch.
    Platte lässt sich als Einzeldisk formatieren, der Formatierungsvorgang dauert allerdings etwa 80 Minuten (!).
    Anschliessender SMB-Übertragungstest liefert 60-65 / 95-103 MB/sec schreibend/lesend.
    Das ist ein Top-Ergebnis!

    TS-119PII, FW 4.1.2 b0126
    Platte eingesetzt, NAS gestartet. HDD wird nach Hochfahren einwandfrei erkannt.
    Der NAS lässt sich einwandfrei ersteinrichten, die Formatierung der HDD dabei dauert aber etwa 70 Minuten (!).
    SMART-Schnelltest läuft einwandfrei durch.
    Anschliessender SMB-Übertragungstest liefert 50-60 / 70-85 MB/sec schreibend/lesend.
    Das ist eher etwas mau, meine TS-119PII performt aber auch, seit ich sie habe, über mehrere Firmwareversionen und HDD-Typen hinweg nur eher mittelmässig.
    Das Ergebnis fällt also so aus, wie z.B. mit einer WD30EFRX, die sonst in diesem Gehäuse sitzt.

    Die schon in den PC-Testen beobachtete negative Geräuschkulisse fällt hier besonders auf. Die TS-119PII steht direkt auf meinem PC-Schreibtisch. Während ich die NAS mit der WD30EFRX im Betrieb kaum höre, macht sie sich mit der ST8000AS0002 permanent und unangenehm bemerkbar. Das Dauerknattern im Leerlauf lässt sich auch in der NAS beobachten und hört erst auf, wenn die HDD in den Festplattenstandby fällt.

    TS-659 proII, FW 4.1.2 b0126
    Platte in freien Schacht 6 eingesetzt, NAS gestartet. HDD wird nach Hochfahren einwandfrei erkannt.
    SMART-Schnelltest läuft einwandfrei durch.
    Platte lässt sich als Einzeldisk formatieren, der Formatierungsvorgang dauert etwa 20 Minuten.
    Anschliessender SMB-Übertragungstest liefert 105-110 / 108-112 MB/sec schreibend/lesend.
    Alles gut...

    Im zweiten Durchlauf wurde die HDD wieder gelöscht und die Maschine mit dieser in Schacht 1 ersteingerichtet. Auch kein Problem.

    TS-251, FW 4.1.2 b0126
    Platte in freien Schacht 2 eingesetzt, NAS gestartet. HDD wird nach Hochfahren einwandfrei erkannt.
    SMART-Schnelltest läuft einwandfrei durch.
    Platte lässt sich als Einzeldisk mit "Statisches Volume" formatieren, der Formatierungsvorgang dauert etwa 20 Minuten.
    Übertragungsteste liefern 12MB/sec - was am 100Mbit-Netzwerkstrang liegt, in dem meine TS-251 hängt. :cool: :D

    TS-269pro im UX-800P, FW 4.1.2 b0126
    HDD hotplug-portiert als Datendisk aus der TS-659 proII, also im "Legacy"-Format.
    HDD wird einwandfrei erkannt, nach Erstellen einer Testfreigabe liefert der SMB-Übertragungstest 108-112 / 110-116 MB/sec schreibend/lesend.


    TS-870pro, FW 4.1.2 b0126
    HDD direkt aus dem PC (noch NTFS-formatiert) in freien Schacht 8 per HotPlug eingesetzt.
    HDD wird nicht erkannt.
    NAS Neustart, HDD wird erkannt. HDD ist nicht formatierbar, Versuch eine "Static Volume"-Einzeldisk zu erzeugen, bricht mit Fehlermeldung ab.
    SMART-Schnelltest läuft bis 90% und bleibt dann dort hängen. Abbruch.

    NAS runterfahren, HDD alle Partionen am PC entfernt, zurück in NAS.
    NAS Neustart, HDD wird erkannt. HDD ist nicht formatierbar, Versuch eine "Static Volume"-Einzeldisk zu erzeugen, bricht mit Fehlermeldung ab.
    Huch?

    NAS runterfahren, HDD alle Partionen am PC entfernt, HDTunePro "Erase" der ersten 20GB, zurück in NAS.
    NAS Neustart, HDD wird erkannt. Nun lässt sich die HDD als "Static Volume"-Einzeldisk einrichten, dauert ca. 20min. Na, geht doch! :mrgreen:
    Nach Erstellen einer Testfreigabe liefert der SMB-Übertragungstest 60-90 / 80-90 MB/sec schreibend/lesend.
    Grmpf.
    Mal 15min knattern lassen, dann Neustart der NAS.
    Danach wird die Lese-/Schreibleistung besser, 80-100 / 90-110 MB/sec. Für diese Maschine aber eher mau, vermutlich dem SMB-Dateisystem geschuldet.

    HDD wieder raus und nochmals in der 659 pro II als Legacy-Datendisk mit einer Testfreigabe formatiert.
    Dann mal gleich extern in den Orico eSata/USB3-Quickport an der 659, an eSata.
    Datenpartition wird erkannt. SMB-Datenübertragung zur externen SieGeht scheitern aber mit Fehlermeldung. Huch?

    Nun gleicher Quickport mit USB3 an der 659 proII: Datenpartition wird erkannt, nun ist SMB-Datenübertragung möglich, allerdings nur mit um 30-35MB/sec. Grmpf?

    Nun gleicher Quickport via eSata an die 870pro geklemmt: Datenpartition wird erkannt, SMB-Datenübertragung läuft mit 80-90MB/sec in beide Richtungen. Na, geht doch - aber verstehen solle es, wer kann. Die 659 proII mag also diese SieGeht extern/ext4 nicht, die 870pro kommt mit ihr klar.

    Nun die HDD wieder als "Legacy"-Datendisk in die 870pro, freien Schacht 8, per Hotplug eingesteckt.
    HDD wird einwandfrei erkannt, nach Erstellen einer Testfreigabe liefert der SMB-Übertragungstest 110-120 MB/sec schreibend wie lesend.
    Alles gut.

    Also dann auf in den Produktivbetrieb!

    Ich habe die 870pro mit der Seagate ST8000AS0002 nun als HDD1-Systemdisk eingerichtet und dann sämtliche Daten der ursprünglichen HDD1, einer WD60EFRX, von extern/eSata zurückgesichert. Diese Rücksicherung von etwa 4,5TB Mediafiles lief ohne jegliches Problem mit etwa 84MB/sec ab. Die 870pro ist nun mit dieser 8TB-HDD im Produktivbetrieb. Die ersten Dateiübertragungen auf die nun gut halbvolle Platte laufen ab wie auf der WD60EFRX - an der Leistungsgrenze der Maschine, allerdings bei einzelnen Übertragungen immer mal wieder mit kleineren "Rucklern". In Summe kommt aber bei grossen Dateien immer ein Duchschnittwert von 100-110 zustande.

    Das Leerlaufknattern der Platte geht weiter, stört mich bei einer NAS im Keller aber nicht. Zu beobachten und evtl. auch mal gegen ein zweites Exemplar der NAS zu prüfen. Mal sehen, wie sie sich nun im Dauerbetrieb schlägt...


    TESTFAZIT
    Mit dieser Platte gibt es scheinbar in ARM-NASsen und NASsen mit Home-Firmware keine Probleme.

    Bei NASsen mit SMB-Firmware, insbesondere einer x70pro, sollte man mit etwas "Diva-haftem" Verhalten rechnen und peinlich darauf achten, vorhandene Partitionen auf der Platte vor der Verwendung in der NAS zu entfernen.

    Es scheint mir so, dass die Platte ihre Top-Performance aus den PC-Testen möglicherweise nicht in allen Konfigurationen in der NAS so auch umsetzen kann.

    In NAS/Extern-Adapter - Kombinationen ist mit Inkompatibilitäten oder Leistungseinbussen zu rechnen, die so mit anderen HDDs nicht bestehen.

    Als Platte für Wohnzimmerbetrieb oder auch auch nur direkt am Arbeitsplatz halte ich diese HDDs für nicht geeignet, da sich diese Platte für meine Ohren als die derzeit lauteste HDD präsentiert.

    Wie sich die Platte im RAID-Betrieb schlägt, kann ich nicht sagen und werde ich auch nicht testen. Absehbar ist imho allerdings, dass sich eine RAID5-Maschine mit diesen Platten als "Krawallquelle" darstellen wird. Die QNAP-Kompatibilitätsteste dazu würde ich in jedem Fall abwarten.


    Ende des Berichts und meiner Meinungsäusserung zu dieser Platte.
    GLD GBD
     
  3. GorillaBD

    GorillaBD Aktives Mitglied

    Beiträge:
    33
    Punkte für Erfolge:
    8
    Bewertungen:
    +11 / 1 / -0
    UPDATE März 2016

    So, wie schaut es denn so nach nun etwa einem Jahr mit dieser Seagate Archive im Alltagsbetrieb aus?

    Um es vorwegzunehmen: SEHR GUT.
    Mittlerweile habe ich 6 von diesen Platten im Einsatz und ihm Rahmen ihres Konzeptes machen sie einen zuverlässigen und störungsfreien Job in meinen QNAPs. Angesichts des weiterhin günstigen Preises (mehr TB/Euro gibt es immer noch bei keinem anderen Modell) und der 3 Jahre Seagate-Garantie werde ich bei Mehrbedarf an HDD-Speicher weiter auf diesen Plattentyp setzen.

    Über diesen Plattentyp wurde und wird viel diskutiert, daher möchte meine Kenntnisse und Erfahrung hier als Frage/Antwort wiedergeben:

    QNAP hat diese Platte nicht als kompatibel gelistet - Warum?
    Kompatibilitätskriterien von QNAP ist u.a. auch die Eignung für stabilen RAID-Betrieb mit dieser Platte. Seagate hat diesen Plattentyp nicht für RAID-Systeme konzipiert. Es ist daher imho nicht davon auszugehen, dass QNAP diese Platte überhaupt testen wird, weil ein wichtiges Kompatibilitätskriterium von QNAP bereits herstellerseitig von Seagate nicht gegeben ist.

    Kann ich die Platte trotzdem auch in einem RAID-Verbund verwenden?
    Das habe ich nie versucht und würde es auch nicht empfehlen. Bedingt durch die SMR-Technologie kann es zu stärkeren Schwankungen in der Schreibleistung kommen, weiterhin ist die Firmware dieser Platten im Leerlauf damit beschäftigt, freie Plattenbereiche zu schaffen, auf die ohne Schichtmagnetisierung sofort schnell geschrieben werden kann. Diese "Eigenheiten" dieses Plattentyps können ein RAID-System "verwirren" und dazu führen, dass einzelne Members des RAID als "gestört" aus dem Verbund entfernt werden. Hierbei bitte beachten, dass auch JBOD-Verbunde als "unechtes RAID" hiervon betroffen sein können.

    Wie verhält sich die Platte im Einzeldiskbetrieb?
    Aus meiner Erfahrung gut und zuverlässig. Ein paar Besonderheiten, die dem Konzept geschuldet sind, sind allerdings zu beachten:
    • Die Firmware der Platte schichtet im Leerlauf intern Daten um und geht während dieses Vorgangs auch nicht in den HDD-Standby. Bauartbedingt läuft dieser Vorgang durch die notwendigen Kopfbewegungen auch mit einer entsprechenden Geräuschentwicklung ab. Die HDD empfiehlt sich imho also nicht für Systeme, bei denen es dem User auf geringstmögliches Betriebsgeräusch des NAS ankommt.
    • Mit zunehmendem Füllgrad der HDD wird es für die Firmware immer schwieriger, Schreibbereiche zu finden, die nicht mehrfach magnetisiert werden müssen. Dann kann sich die Datenrate vorübergehend auf bis zur Hälfte oder einem Drittel der normalen Schreibleistung verringern. Dies gilt insbesondere, wenn das NAS nicht länger eingeschaltet ist, sondern nur zeitweise - weil der Firmware dann auch weniger als die vielleicht notwendige Zeit für Umschichtungen zur Verfügung steht.
    • Auch wenn grössere Datenmengen, z.B. 50GB und mehr, "auf einen Schlag" übertragen werden, kann es ab dieser Datenmenge zu einem Abfall der Schreibleistung kommen, weil dann bereits auch schon auf Mehrschichtmagnetisierung zurückgegriffen werden muss.
    Wie sind die Datenübertragungsraten bei Deinen Platten?
    Nach nun einem Jahr und Füllgraden von 60-80%: Bei täglichen Transfermengen unter 50GB weiterhin Schreibleistung durchaus über 100MB/sec, im Durchschnitt 80-90MB/sec. Nur selten musste ich Abfälle bis hinunter auf 40-60MB/sec beobachten. Die Leseleistung war und ist immer in der 90-115MB/sec Grössenordnung, also an der Netzwerkleistungsgrenze meiner TS-870pro/ultra oder TS-269pro.

    Laufen die Platten auch im UX-Erweiterungsgehäuse?
    Ja, und das tadellos. Meine TS-269pro mit angeschlossenem UX-800P Gehäuse ist mein Backupserver und zwei meiner Exemplare tun in diesem Erweiterungsgehäuse ihren Dienst.

    Ist diese Platte auch für einen Mediaserver geeignet?
    Ja, ist sie. Verdeutlichen wir uns, was auf einem Mediaserver passiert: Dort werden Daten meist nur einmal geschrieben und dann aber mehrfach gelesen. Dies entspricht imho genau einer Archiv-Anwendung... ...und genau hierfür wurde dieser Plattentyp konzipiert.

    Ist diese Platte auch für die Systemdisk (HDD1) eines QNAP-NAS geeignet?

    Ja. Ich habe sie auf meinem Mainserver (TS-870ultra) auch als HDD1 im Einsatz und konnte auch nach einem Jahr noch gefühlt keinen Performanceunterschied zu einer konventionellen HDD feststellen. Mein Mainserver dient als Multimediaspeicher-Zentrale für meinen ganzen Haushalt und ist 18/7 im Einsatz.

    Kann man auf dieser Platte auch eine VM laufen lassen?
    Ja, ich konnte bei Übernahme meiner virtuellen Win7-Maschine keine fühlbare Performanceeinbusse vgl. mit der Seagate NAS 4TB beobachten, auf der sie vorher lief.


    Soweit zu diesem "Update".
    Ich kann also, auch nach einem Jahr, diesen Plattentyp - im Rahmen seines Konzeptes - für die Anwendung in einem QNAP-NAS weiterempfehlen und tue das auch gerne.

    GLG GBD
     
  4. Bladekiller

    Bladekiller QCD e.V. Mitarbeiter Administrator

    Beiträge:
    1.000
    Punkte für Erfolge:
    49
    Bewertungen:
    +98 / 20 / -0
    TS-112, FW 4.2.0 - Reines Singeldisk Backup NAS
    NAS gestartet. HDD wird nach Hochfahren einwandfrei erkannt.
    SMART-Schnelltest läuft einwandfrei durch.
    Platte lässt sich als Einzeldisk formatieren, der Formatierungsvorgang dauert allerdings sehr lange.
    Läuft prima, ohne Mucken
     
  5. Markus

    Markus Sehr aktives Mitglied

    Beiträge:
    67
    Punkte für Erfolge:
    8
    Bewertungen:
    +6 / 9 / -0
    Auch hier ein dickes Lob für den ausführlichen Test, so wie ich es rausgelesen habe ist der Plattentyp eher für die (Langzeit-) Archivierung als für den schnellen Datenzugriff konzipiert - aber natürlich im 24/7 NAS-Betrieb.
    Bitte korrigiert mich falls ich falsch liegen sollte :Fahne:
     
  6. GorillaBD

    GorillaBD Aktives Mitglied

    Beiträge:
    33
    Punkte für Erfolge:
    8
    Bewertungen:
    +11 / 1 / -0
    Jein. ;)

    Die Platte muss mit Kompromissen bei der Schreibleistung leben. Neben einer Archivierung (einmal schreiben, selten wieder lesen) bietet sie sich aber auch durchaus für Multimedia-Anwendungen an (einmal schreiben, oft lesen). Bei der Leseleistung ist diese Platte nämlich genauso schnell, wie andere Plattenypen - oder sogar schneller. Für z.B. den Office-Alltag empfiehlt sie sich eher nicht, hier wird ja teils so oft geschrieben, wie gelesen und das bei eher kleinen Dateiengrössen.

    Für z.B. einen "Fotografen-Alltag" müsste ich mir (oder wir uns) mal einen Test ausdenken...

    GLG GBD
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2016
  7. Markus

    Markus Sehr aktives Mitglied

    Beiträge:
    67
    Punkte für Erfolge:
    8
    Bewertungen:
    +6 / 9 / -0
    Ah - das hatte ich übersehen. Wenn man die Platte preislich zum Beispiel gegen die WD RED 8TB vergleicht kann man in einigen Situationen sicherlich die geringere Schreibleistung in Kauf nehmen.

    Ja, ich kann mir gerne mal ein typisches Scenario ausdenken. Noch interessanter würde ich eine Gegenüberstellung gängiger NAS-Platten in Verbindung mit den unterschiedlichen Anwendungen (VMs/Datenbanken/Archiv/Mediaserver etc.) sehen.
    Wenn ich mir zum Beispiel eine NAS als reinen Mediaserver konzipieren möchte, welche Platten haben da das beste Preis-/Leistungsverhältnis? Oder eben wenn ich eine große Fotodatenbank (=viele kleine r-w-Zugriffe) mit im Hintergrund großen Dateien (20 MB bis einige GB) an Bildern habe und sowas auf einem NAS abbilden möchte...

    Ich mache dazu am besten mal unter Kaufberatung einen kleinen Fred auf.
     
  8. GorillaBD

    GorillaBD Aktives Mitglied

    Beiträge:
    33
    Punkte für Erfolge:
    8
    Bewertungen:
    +11 / 1 / -0
    Unbedingt.

    Damit die Schreibleistung, bedingt durch das SMR-Verfahren, überhaupt kompromittiert werden kann, müssen ja folgende Umstände zusammenkommen:
    - die Platte ist schon über ca. 2/3 gefüllt
    - es werden Datenmengen von ca. 50GB oder mehr "in einem Rutsch" oder kurz hintereinander übertragen
    - die Platte hat wenig oder keine Leerlaufzeiten, also keine Gelegenheit, Daten intern umzuschichten

    Dann muss sie u.U. auf die Mehrschichtmagnetisierung zurückgreifen, bei der auch die Nachbardaten der Zieldaten erneut geschrieben werden müssen und dann gibt es die vorübergehenden Einbrüche.

    GLG C
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. April 2016
  9. Gartenlampe

    Gartenlampe Neues Mitglied

    Beiträge:
    1
    Punkte für Erfolge:
    1
    Bewertungen:
    +0 / 0 / -0
    Ich verwende 8 Stück Seagate 8TB Archive in einer TVS EC1080 bei RAID5 bei 88% Disknutzung. Laufzeit ein knappes Jahr, keinen Ausfall!
    LG Gartenlampe
     
  10. GorillaBD

    GorillaBD Aktives Mitglied

    Beiträge:
    33
    Punkte für Erfolge:
    8
    Bewertungen:
    +11 / 1 / -0
    Hallo @Gartenlampe,
    Damit stellst Du die gängige Meinung auf den Kopf, dass die Seagate Archive für RAID-Betrieb nicht geeignet ist. ;)
    Eine interessante Rückmeldung, dass dieser Plattentyp auch in einem derartig grossen RAID5-Verbund so lange störungsfrei betrieben werden kann.
    Das habe ich bislang noch nicht oft gelesen...

    Grüsse
    GorillaBD
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden